In Ausführung. Zuerst die Menschen und ihre Wohnwünsche, dann die Möblierung, schliesslich das Licht: ein ganzheitliches Wohn- und Lichtkonzept für eine Attikawohnung in Zürich.
Für die Attikawohnung lag bereits eine klassische Elektroplanung mit regelmässig angeordneten Downlights vor. Die Bauherrschaft wünschte sich jedoch eine Planung, die bei ihrem eigenen Alltag und ihrem Verständnis von gutem und schönem Licht beginnt. Eine separate Lichtqualitätsanalyse war dafür nicht mehr nötig. Ich durfte das Konzept von Grund auf entwickeln.
Die Grundlage war ein persönliches Kennenlernen mit einem ausführlichen Interview: Wie möchten die Menschen hier wohnen? Welche Atmosphäre wünschen sie sich? Was empfinden sie als angenehm, was soll das Licht im Alltag leisten? Diese Bedürfnisse bildeten den Ausgangspunkt für die weitere Arbeit.
Zur ersten Phase gehörten das persönliche Interview, die Analyse des Grundrisses und der vorgesehenen Innenausbauten sowie eine Möblierungsstudie. Der grosse, lang gezogene Wohn-, Ess- und Küchenbereich stellte dabei eine besondere Aufgabe: Sofa, Esstisch und TV sollten sinnvoll zueinander stehen, ohne die Durchgänge und die Zugänge zur Terrasse einzuengen.
Ich prüfte unterschiedliche Anordnungen, Sofaformen und Sitztiefen. Eine frei gestellte Wohninsel mit Ecksofa, Teppich und ergänzenden Möbeln gab dem langen Raum eine klare Gliederung. Erst aus diesem räumlichen Zusammenhang entwickelte sich das Lichtkonzept.
Ausschnitt aus der Möblierungsstudie des Vorprojekts. Gezeigt ist eine konzeptionelle Anordnung, keine abschliessend ausgeführte Möblierung.

Das Lichtkonzept nimmt die Einbauten als Teil der Architektur auf. Lineares indirektes Licht in der Blende der Einbauschränke und der Küche verbindet die Bereiche. Es macht die Decke sanft hell und gibt den Räumen eine gemeinsame Grundstimmung.
Ergänzend richtet sich Licht auf die vertikalen Flächen. Wände, Bilder und Materialien erhalten gezielte Helligkeit; der Blick findet Orientierung und der Raum gewinnt Tiefe. Die Leuchtenpositionen folgen diesen Aufgaben und der Möblierung.
In der Küche kommt präzises Arbeitslicht hinzu. Über der Insel und an der Arbeitsfläche erfüllt es eine andere Aufgabe als die indirekte Lichtlinie. Die Lichtschichten sollen deshalb getrennt bedienbar sein, damit sich Alltag und Abendstimmung unterschiedlich gestalten lassen.
Konzeptvisualisierung des Korridors. Sie zeigt die beabsichtigte Lichtwirkung und keine Aufnahme der ausgeführten Wohnung.

In der zweiten Phase wird die Lichtidee planerisch ausgearbeitet. Das Detail des Lichtbands an den Einbauschränken zeigt diesen Schritt besonders gut: Das Band liegt an der Oberkante der Einbauschränke. Bei geschlossener Tür verdeckt die Front die Lichtquelle nach vorne, während das Licht nach oben zur Decke austritt. So bleibt im Alltag vor allem die Wirkung sichtbar.
Der dargestellte Schnitt zeigt auch, weshalb dieses Detail mit dem Schreiner abgestimmt werden muss. Wird eine Schranktür geöffnet, kann zusätzlicher Lichtaustritt in den Korridor entstehen. Profilposition, Front und Abschirmung werden deshalb gemeinsam betrachtet. Die Garderobennische erhält ein eigenes, von vorne nach innen gerichtetes Licht auf Kleidung und Holz.
In der Lichtplanung werden diese Aufgaben getrennt geführt: indirektes Licht über den Schränken, Arbeitslicht in der Küche und Licht in der Garderobennische. Die Abstimmung mit Schreiner- und Elektroplanung verbindet das gestalterische Ziel mit dem Einbaudetail.
Detailschnitt aus dem Lichtkonzept vom 16. September 2026. Schnitt und Lichtwege sind schematisch; die Masse sind Konzeptmasse.
Ausschnitt aus der weiterentwickelten Lichtplanung: Die Lichtlinie an den Einbauten wird mit Arbeitslicht in der Küche und gerichteten Lichtpunkten kombiniert. Tischposition und Sofastellung sind im gezeigten Plan noch zur Abstimmung markiert.


Das Projekt befindet sich in Ausführung. Damit die räumliche Idee dabei erhalten bleibt, begleitet RBC die weiteren Planungsentscheidungen und die Koordination mit den beteiligten Gewerken. Lichtpositionen und Einbauten müssen zusammenpassen; Anschlüsse, Bedienung und technische Details werden mit Schreiner, Elektroplanung und Bauleitung abgestimmt.
Die elektrotechnische Auslegung bleibt bei den zuständigen Fachplanern und Unternehmern. Meine Aufgabe ist, die gewünschte Lichtwirkung in diesen Entscheidungen verständlich zu machen und gestalterisch weiterzuführen.
Der Wert dieses Projekts liegt in der Reihenfolge: Die Bedürfnisse der Bauherrschaft bestimmen die Raumgestaltung. Daraus entsteht das Licht. So bleiben Möblierung, Architektur und Beleuchtung vom ersten Gespräch bis in die Umsetzung miteinander verbunden.
Garderobe als Konzeptvisualisierung. Die hier gezeigten Bilder und Planausschnitte dokumentieren die Entwurfsentwicklung; Fotos der realisierten Räume liegen für diesen Beitrag noch nicht vor.
Mehr zur Lichtplanung für Wohn- und Bauprojekte.

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