Projekt in Planung. Ein Lichtkonzept verbindet Wohnen, Küche und Terrasse und macht die gewünschte Atmosphäre schon vor der Ausführung sichtbar.
ATTI.X ist eine Attikawohnung in Tann. Wohnen, Essen und Küche gehen ineinander über, grosse Fenster verbinden den Innenraum mit der Terrasse. Diese Offenheit prägt auch die Lichtplanung: Was in einem Bereich leuchtet, wirkt in den anderen hinein.
Am Anfang stand deshalb das Gespräch mit dem Kunden. Wie möchte er die Räume nutzen? Welche Stimmung wünscht er sich am Abend? Wo braucht er gutes Arbeitslicht, und wo darf der Raum bewusst ruhiger bleiben? Aus diesen Vorstellungen entwickelte ich ein Lichtkonzept, das die Wohnung als zusammenhängenden Lebensraum betrachtet.
Licht auf ausgewählten Wänden und Materialien soll Tiefe schaffen. Gerichtetes Licht unterstützt die Tätigkeiten, während zurückhaltende indirekte Anteile für eine warme Grundstimmung sorgen. Nicht jede Fläche muss gleich hell sein. Gerade das Zusammenspiel mit dunkleren Bereichen gibt dem Raum Ruhe. Die Visualisierungen machen diese Überlegungen besprechbar und helfen, die gewünschte Richtung gemeinsam zu schärfen.
Im Planausschnitt wird sichtbar, wie diese Idee im Raum verortet wird: Licht am Esstisch, Arbeitslicht an der Kücheninsel und den Arbeitsflächen sowie Licht an den Oblichtern und der Terrassenkante übernehmen unterschiedliche Aufgaben. Die Nummern verweisen auf Lichtorte im Konzept; offene Kreise kennzeichnen noch abzustimmende Positionen oder Reserven. Die blaue Linie steht für eine optionale Farbebene.

Planausschnitt aus dem Lichtkonzept, Stand Vorprojekt. Die Darstellung ist schematisch; Varianten und Leuchtenpositionen werden weiter abgestimmt. Keine Ausführungsplanung.
Am Abend endet der Blick aus dem Wohnzimmer nicht an der Glasscheibe. Auch die Terrasse soll als Raum wahrnehmbar bleiben. Dafür sieht das Konzept eine zurückhaltende, warme Beleuchtung vor, die ihre Begrenzungen und die Architektur des Vordachs sichtbar macht. Wenige gezielte Lichtpunkte ergänzen diese Wirkung.
Eine besondere Rolle spielt das Oblicht. Verdecktes Licht in der Laibung soll seine Tiefe betonen, ohne dass eine offene Lichtquelle den Blick bestimmt. Die Basis ist eine ruhige weisse Lichtstimmung. Eine zusätzliche farbige Lichtstimmung ist als Option Teil der weiteren Abstimmung.
Entscheidend ist die Beziehung zwischen innen und aussen. Die Terrasse darf den Wohnraum ergänzen und den Blick nach draussen tragen, ohne ihm die Aufmerksamkeit zu nehmen.
Zum Titelbild: Konzeptionelles Stimmungsbild aus der Planung. Geometrie, Möblierung und Leuchtenausstattung sind unverbindlich. Die Darstellung zeigt keine ausgeführte Anlage.
Eine offene Küche hat unterschiedliche Aufgaben. Beim Vorbereiten und Kochen braucht es gut ausgerichtetes Licht auf der Insel und an der rückwärtigen Arbeitsfläche. Beim Essen oder später auf dem Sofa soll die Küche im Hintergrund ruhiger werden können.
Das Konzept trennt diese Aufgaben. Gerichtetes Arbeitslicht und die Beleuchtung unter den Oberschränken unterstützen die Küchenarbeit. Eine separat dimmbare, dezente Sockelbeleuchtung an der Insel kann am Abend eine andere Stimmung schaffen. So muss nicht die ganze Küche hell bleiben, wenn nur noch eine sanfte räumliche Orientierung gewünscht ist.
Im Stimmungsbild verbinden die Luna-Pendelleuchten von Occhio den Essplatz mit der offenen Wohnsituation. Ihre Anordnung wird zusammen mit dem Tisch und den Blickbeziehungen weiterentwickelt. Die Visualisierung hilft, die Wirkung einzuschätzen; sie legt noch keine endgültige Leuchtenkonfiguration fest.
Konzeptionelles Stimmungsbild mit Kücheninsel und Essplatz. Geometrie, Ausstattung und Leuchtenanordnung sind unverbindlich; das Projekt ist noch nicht ausgeführt.

Im Austausch wurde deutlich, dass der Kunde auch beim Interior Design Unterstützung wünscht. Das ist eng mit der Lichtplanung verbunden: Wandfarben, Oberflächen und Möbel beeinflussen, wie Licht reflektiert wird und wie sich ein Raum anfühlt. Eine Leuchte lässt sich deshalb nicht unabhängig von ihrem Umfeld beurteilen.
Hier bringe ich meine Erfahrung im Interior Design ein. Gemeinsam lassen sich Materialien, Farbigkeit und Möblierung auf die gewünschte Atmosphäre abstimmen. Das Interior Design wird gemeinsam mit dem Lichtkonzept weiterentwickelt; ein abschliessendes Interior-Konzept liegt noch nicht vor.
Bei der Präsentation war bereits spürbar, dass die Bilder die Vorstellungen des Kunden getroffen hatten. Damit gibt es eine gemeinsame Grundlage für die nächsten Entscheidungen. Nun werden die gestalterische Richtung, die konkreten Abmessungen und die technischen Schnittstellen weiter abgestimmt. Darauf bauen Leuchtenauswahl, Bemusterung und die weitere Planung auf.
Projektstand: Lichtkonzept / Vorprojekt, in Planung. Die gezeigten Bilder dienen der Verständigung über die gewünschte Raum- und Lichtwirkung.
Mehr zu meiner Lichtplanung für Neubau und Umbau.
Der Lichtmoment
Der besondere Moment entstand bei der Präsentation: Der Kunde erkannte in den Bildern die Atmosphäre wieder, die er sich für sein Zuhause gewünscht hatte. Aus Gesprächen über Wohnen, Licht und persönliche Vorlieben war ein sichtbares Konzept geworden. Die Freude darüber zeigte, wie wertvoll diese gemeinsame Vorstellung schon vor der Ausführung sein kann. ATTI.X befindet sich in Planung. Die Bilder zeigen die angestrebte Stimmung und dienen der weiteren Abstimmung.
Erkenntnisse aus diesem Projekt
Ein Lichtkonzept macht persönliche Vorstellungen besprechbar, bevor gebaut wird. Werden Licht, Materialien und Möblierung gemeinsam betrachtet, entsteht eine klare Grundlage für die nächsten Planungsentscheidungen.
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